Mein Tag beim Vorlesewettbewerb

Manchmal beginnt ein besonderer Tag ganz still. Als ich an diesem Morgen die Stadtbücherei in Korbach betrat, war er ruhig. Fast feierlich ruhig. Trotzdem spürte ich dieses Kribbeln im Bauch. Ich wusste: Heute lese ich nicht nur für mich, heute lesen wir füreinander. Dreizehn Schülerinnen und Schüler standen beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs nebeneinander. Jede und jeder mit einem Buch in der Hand und mit einer Geschichte im Herzen.
Absolute Stille und ganz viel Mut
Als die ersten Namen gerufen wurden, wurde es noch leiser. Man hörte nur Seitenrascheln. Ich hatte mein Buch sorgfältig vorbereitet. Ich kannte jede Stelle, jede Pause, jede Betonung. Trotzdem war ich nervös. Als ich nach vorne ging, fühlte sich jeder Schritt ein bisschen größer an als sonst. Und dann begann ich zu lesen. Mit jedem Satz wurde ich ruhiger. Ich merkte wie die Zuhörer in die Geschichte eintauchten, wie sie mitgingen, wie sie lauschten. In diesem Moment war es kein Wettbewerb mehr, es war ein gemeinsames Erlebnis.
Der unbekannte Text
Nach der vorbereiteten Stelle kam der Fremdtext. Eine neue Geschichte, neue Sätze, neue Herausforderung. Hier zeigte sich wer wirklich mit Sprache umgehen kann, wer atmet, wer Pause setzt, wer Gefühle transportiert. Ich konzentrierte mich. Satz für Satz, Wort für Wort.
Warten auf die Entscheidung
Nachdem alle gelesen hatten zog sich die Jury zurück. Diese halbe Stunde fühlte sich länger an als der ganze Vormittag. Wir redeten leise miteinander. Eltern, Großeltern, Geschwister warteten gespannt. Ich versuchte ruhig zu bleiben, aber innerlich war ich voller Fragen. Dann kam der Moment der Verkündung.
Ich freue mich sehr
Als mein Name genannt wurde brauchte ich einen Augenblick, um es wirklich zu verstehen. Ich hatte den Kreisentscheid gewonnen. In diesem Moment war da Freude, Stolz, Erleichterung und Dankbarkeit. Ich hatte nicht nur für mich gelesen, ich durfte nun unseren Kreis beim Bezirksentscheid vertreten. Aber am wichtigsten war etwas anderes: Ich habe an diesem Tag gemerkt wie kraftvoll lesen sein kann, wie viel Mut in einer Stimme steckt und wie Geschichten Menschen verbindet.
Mehr als ein Wettbewerb
Der Vorlesewettbewerb war für mich nicht einfach ein Wettbewerb. Es war ein Erlebnis. Ein Tag voller Konzentration, Spannung und Begeisterung. Ein Tag der mir gezeigt hat, dass sich Vorbereitung lohnt. Ein Tag den ich nie vergessen werde. Und genau deshalb möchte ich andere ermutigen: Traut euch! Nehmt euer Buch in die Hand und lasst eure Geschichten lebendig werden!

Emma von Germeten
Text: Emma von Germeten, Klasse F6a
Wir gratulieren Emma ganz herzlich zu dieser tollen Leistung!